Region Basel / Themen 2010
  
 

                                           Home  |  Archiv | Treuhand-Kammer



 

Urs Rudolf Bernet



Urs Rudolf Bernet
Zugelassener Revisionsexperte
Leiter Steuerabteilung T.O. ADVISCO AG
Mitglied der Treuhand-Kammer
Email: u.bernet@advisco.ch
 

 

 

    

replica watches omega omega watches replica swiss replica rolex ¥¹©`¥Ñ©`¥³¥Ô©`•rÓ‹ Best Replica Breitling Watches iwc replica watches ¥³¥Ô©`Íó•rÓ‹ omega replica watches
  Kleine Zuwendung oder steuerbares Einkommen?

Die trockene Seite der Trinkgelder

Sind Trinkgelder zu versteuern? Grundsätzlich (leider) ja - aber hier ist der gesunde Menschenverstand gefragt, um zwischen einem Bagatellbetrag und einem wesentlichen Lohnbestandteil zu unterscheiden. Grössere Summen zu hinterziehen, kann allerdings auch bei den Trinkgeldern zu einem Nach- und Strafsteuerverfahren führen. .
 

 
 

Gemäss der Definition im Duden ist das Trinkgeld eine "ursprünglich zum Vertrinken bestimmte kleine Geldmenge". Daraus abgeleitet könnte interpretiert werden, dass es sich beim Trinkgeld um eine "zweckgebundene Zuwendung" handelt. Auch einer der prominentesten Trinker, der verstorbene Entertainer und Volksschauspieler Harald Juhnke (1929-2005) betonte öfters, dass nur Trinker ein Anrecht auf Trinkgeld haben! Doch Spass beiseite. Ungeachtet der tatsächlichen Verwendung der Trinkgelder beleuchtet dieser Artikel deren steuerliche Behandlung. In den unterschiedlichsten Berufen, ob Kellner, Barmaid, Taxifahrer, Coiffeur, Carchauffeur, Tankstellenwart bis hin zum Friedhofspersonal, stellt sich bei der Erstellung der Steuererklärung oft die Frage: Sind die erhaltenen Trinkgelder zu versteuern?

Die Frage ist grundsätzlich mit Ja zu beantworten - Trinkgelder gehören zum steuerbaren Einkommen. Die Antwort benötigt jedoch eine Präzisierung. In einigen Branchen werden die Trinkgelder über den Arbeitgeber abgerechnet. Dieser deklariert die ausbezahlten Beträge auf dem Lohnausweis (unter Ziffer 7) als zusätzliche Einkünfte des Arbeitnehmers. Allerdings nur dann, wenn diese einen wesentlichen Lohnanteil ausmachen. Gemäss Wegleitung zum neuen Lohnausweis gelten hierüber die Bestimmungen der AHV. Anders verhält es sich hingegen bei denjenigen Trinkgeldern, welche von Gästen oder Kunden direkt an das Personal fliessen. Diese Beträge sind dem Arbeitgeber nicht bekannt und erscheinen somit nicht auf dem Lohnausweis.

Das gehört zum steuerbaren Einkommen

Es wird landläufig angenommen, dass nur die Einkünfte gemäss Lohnausweis zu versteuern sind. Diese Annahme ist falsch. Nach den kantonalen Steuergesetzen sowie nach dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer gehören sämtliche Einkünfte aus einem Arbeitsverhältnis zum steuerbaren Einkommen. Darin einbezogen sind alle Nebeneinkünfte, vom Dienstaltersgeschenk bis zu den ausdrücklich erwähnten Trinkgeldern (Art. 17 Abs.1 DBG) rolex replicas sale und zwar ungeachtet der betragsmässigen Höhe und der Wesentlichkeit. Es ist auch gleichgültig, ob es sich um das Haupteinkommen oder bloss um ein Nebeneinkommen handelt. Soweit zu den Bestimmungen im Steuergesetz.

In der Veranlagungs-Praxis der Steuerverwaltungen sind die Einschätzungsbeamten sicher nicht hauptsächlich mit der Überprüfung von Trinkgeldern beschäftigt. In speziellen Fällen und bei ralph lauren polo outlet gewissen Berufsgattungen werden die Steuererklärungen jedoch auch mit einem Blick auf die deklarierten Trinkgelder kontrolliert. Unerklärbare Vermögensentwicklungen und fehlende oder unvollständige Angaben können zu Abklärungen des Sachverhalts führen. Für regelmässig fliessende Nebeneinkünfte besteht eine Aufzeichnungspflicht, damit die Deklaration in der Steuererklärung nachvollziehbar ist. Für die Trinkgelder genügt es beispielsweise, in der Agenda eine "Milchbüchleinrechnung" zu führen und das Total zusammen mit dem Nettolohn II in die Steuererklärung zu übertragen.

Deklarieren: schmerzhaft aber risikofrei

Fazit: Kleine, unwesentliche Bagatell-Beträge (Overtips, Aufrundungen usw.) können mit gesundem Menschenverstand hinsichtlich der Steuerbarkeit relativiert werden. Bei regelmässig fliessenden Trinkgeldern, welche ein grösseres Jahrestotal ergeben, ist hingegen die Deklaration in der Steuererklärung unbedingt zu empfehlen. Bei wesentlichen und betragsmässig hohen "Versäumnissen" droht ein Steuerhinterziehungsverfahren. Falls einige Leserinnen und Leser dieses Artikels nun das schlechte Gewissen plagt, sei darauf hingewiesen, dass ab 1. Januar 2010 in allen Kantonen die Möglichkeit zur straflosen Selbstanzeige von früher nicht versteuerten Einkünften besteht. Das ? Millionen Dollar Trinkgeld? welches Nicolas Cage als Polizist Charlie im gleichnamigen Spielfilm einer Kellnerin, gespielt von Bridget Fonda, vermacht, wäre allerdings kaum als Trinkgeld, sondern wahrscheinlich eher als Schenkung zu versteuern.