Region Basel / Themen 2010
  
 

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Hans Küpfer



Hans Küpfer
Verwaltungsratspräsident
Experfina AG, Basel
Mitglied der Treuhand-Kammer
Email: hans.kuepfer@experfina.com
 

 

 

    

 

Teilbesteuerung von Dividenden

Mehr Freude an der Dividende

Die doppelte Besteuerung von Dividenden und daraus stammenden Einkommen wird für Unternehmer sowohl beim Bund wie bei den Kantonen gemildert. Baselland hat den Schritt schon getan, nächstes Jahr folgt endlich auch der Stadtkanton. Das stärkt das Einkommen und gibt die Chance für neue Anlagen. Der Autor rät, auf die Dividendenrendite zu achten und gibt Anlagetipps.

 
 

 

Regelmässig kommt nach Erstellung des provisorischen Jahresabschlusses für Unternehmer die Frage, wie sie die  wohlverdienten Früchte ihrer Arbeit vom Geschäftskonto in das Privatvermögen überführen. Wir sprechen hier von Unternehmern, welche nicht nur CEO sondern gleichzeitig auch Allein- und/oder Familienaktionär sind. Sie haben ihr eigenes Geld investiert, eine Firma aufgebaut, Arbeitsplätze geschaffen und können daher frei über die Verwendung des Ergebnisses ihrer unternehmerischen Tätigkeit entscheiden.

Seit der Umsetzung der Unternehmenssteuerreform II bietet sich mit der Teilbesteuerung von Dividenden aus qualifizierenden Beteiligungen (mindestens 10 Prozent) eine Möglichkeit, die immer noch real existierende Doppelbelastung der Unternehmensgewinne zu mildern. Da wir hier von einer Entlastung auf Ebene des Aktionärs sprechen, ist also nicht der Firmensitz massgebend, sondern der Wohnort, das Steuerdomizil des Aktionärs. So beträgt die Entlastung der Dividendenerträge im Kanton Basel-Landschaft seit der Steuerperiode 2008 50 Prozent, bei der Direkten Bundessteuer seit 2009 40 Prozent und endlich ab 2011 auch im Kanton Basel-Stadt 50 Prozent.

Lohn, Bonus oder Dividende

Der Unternehmer kann nun also entscheiden, ob er sich zu Lasten des Gewinnes noch einen Bonus auszahlt, oder ob er lieber Dividende bezieht. Da ein Bonus, wie übrige Lohnzahlungen, beim Aktionär der normalen Einkommenssteuer unterliegt, besteht also ein Anreiz, den entsprechenden Betrag als „privilegierte“ Dividende zu beziehen. Selbstverständlich hat die planerische Gestaltungsfreiheit des Unternehmers gewisse Grenzen, welche insbesondere auch von den Sozialversicherungen, allen voran der AHV, kritisch beurteilt werden. So muss zum Beispiel weiterhin ein marktüblicher Lohn ausbezahlt werden, welcher der Position, dem Arbeitspensum usw. Rechnung trägt. Fragen Sie sicherheitshalber ihren Treuhänder, was akzeptabel  ist und was nicht und denken sie dabei auch an die Altersvorsorge und nicht nur an die kurzfristige Steuerersparnis. Aktionäre mit Wohnsitz in Basel-Stadt sollten bei der Dividendenplanung berücksichtigen, dass wie erwähnt eine Teilbesteuerung auf kantonaler Ebene erst ab 2011 möglich ist.

Ihr Unternehmensgewinn ist nun also in ihrem Privatvermögen gelandet und sie stellen fest: -  so eine Dividende macht Freude! Doch was tun damit?

Dividendenrendite als Anlagestrategie

Die Zinslandschaft ist seit mehr als einem Jahr öde geworden. In der Schweiz erhält man kaum 1 Prozent auf dem Sparbuch und die 10-jährigen Bundesobligationen weisen eine Rendite von maximal 2 Prozent aus und Neuemissionen in Euro erreichen bei guten Schuldnern um die 3 Prozent. Sowohl unsere Nationalbank als auch die Europäische Zentralbank halten für absehbare Zeit aus Gründen der Konjunkturbelebung an tiefen Leitzinsen fest. Bei diesem Szenario sind Aktien mit hoher Dividende, sogenannte Dividendenperlen, plötzlich wieder gesucht.

Entscheidend für einen Aktienkauf sind z.B. die folgenden Fragen:

  • Steht das Unternehmen auf soliden Beinen?

  • Ist das Kurs-Gewinn Verhältnis tief?

  • Ist der Sektor erfolgversprechend?

  • Besteht Dividendenkontinuität über mehrere Jahre?

  • Werden die Diversifikationsregeln innerhalb des Gesamtvermögens beachtet?

Nach sorgfältiger Prüfung dieser Fragen kann man zurzeit als Beispiele in die folgenden Unternehmen investieren:

Schweiz in CHF    Dividenden-Rendite 09    

St. Galler KB N:      4,0%      
Swisscom N:          6,0%                      

Swiss Prime Site N: 5,3%                      

Zürich Fin. N:         6,7%                      

Meines Erachtens hat die Dividendenstrategie für den Privatanleger ein grosses Potential. Oft wird als Nachteil die Besteuerung der Dividenden als Einkommen beim Privaten angeführt. Hier gilt aber der Grundsatz, besser ordentliche Steuern auf 4 bis 6 Prozent bezahlen als wie zurzeit auf 1 bis 3 Prozent bei Sparkonti und Obligationen. Im Weiteren sind die künftig auf den Dividendenperlen erzielten Kursgewinne im Privatvermögen steuerfrei. Falls Aktien bereits im Geschäftsvermögen vorhanden sind, kann die Auszahlung einer Dividende auch in Form dieser Aktien durch Übertragung anstelle einer Geldüberweisung erfolgen.

Für die in diesem Sinne optimierte Gestaltung ihres Jahresabschlusses und ihres Privatvermögens steht ihnen ihr Treuhänder für Fragen gerne zur Verfügung.